Spannung mit Strom

Neuer Bereich im Museum Industriekultur eröffnet Nürnberger Nachrichten vom 27.05.04

Wer einmal so richtig unter Strom stehen möchte, der sollte ins Museum Industriekultur gehen. Dort gibt es die neue Abteilung „Achtung Spannung!“ Da man Strom schwer erklären und in hoher Dosis nur einmal im Leben berühren kann, präsentiert die Ausstellung das Thema sehr anschaulich.

So ist das mit dem Vorführeffekt: Ein schöner Lichtbogen in der Vitrine soll die Elektrizität sichtbar machen. Doch gleich bei der Eröffnung versagt das Modell seinen Dienst. Und warum? Der Strom war weg!

Ganz schön anschaulich, wenn auch ungewollt. Denn vieles in unserem Alltag geht nicht mehr ohne Strom. Um das zu erklären, gibt es keinen besseren Ort in Nürnberg als das Museum Industriekultur. Denn rund um die neue Strom-Ausstellung können Besucher zum Beispiel gleich alte Haushaltsgeräte - vor und nach der Elektrifizierung - erkunden.

Doch zurück zu „Achtung Spannung“. Gedacht ist die von der N-Ergie und e.on Bayern gesponserte Schau vor allem für Kinder, Jugendliche und Klassen. Sie können ausprobieren, wie was funktioniert. So wie Natascha zum Beispiel von der 5b der Bartholomäus-Schule. Mit einer Freundin versucht sie bei der Eröffnung, Schaltkreise zu legen, damit am Ende die Glühbirne leuchtet. Einen Tisch weiter kann man kurbeln, bis der Generator läuft. Daneben ist Geschick gefragt, um einen Elektromagneten zu drehen. Wer schon immer mal wissen wollte, was in einer Glühbirne ist, der kann sich das Innere mit einer großen Lupe anschauen. „Das ist der Vorteil dieser neuen Abteilung“, sagt Museumschef Mathias Murko. Die Vorgängerausstellung war noch sehr theoretisch. Nix für Kinder, die etwas anfassen wollen im Museum.

Konzipiert hat die Schau und kleine Halle die Firma Hüttinger, die bereits den „Turm der Sinne“ aufgebaut hat. „Leider gibt es solche Bereiche in Deutschland viel zu wenig“, beklagt Axel Hüttinger die „Unflexibilität der deutschen Museologen“. In anderen Ländern, vor allem bei den Angelsachsen, und im Museum Industriekultur sei das anders. Kulturreferentin Julia Lehner (CSU) ist heilfroh, dass sich Sponsoren gefunden haben. Denn die Kultur muss sparen, sparen, sparen. „So gesehen ist Spannung auch unser Leitmotiv“, meint sie augenzwinkernd. fra

Weitere Informationen: Museum Industriekultur, Äußere Sulzbacher Straße 62, (09 11) 2 31 38 75, Di—Fr 9—17 Uhr, Sa + So 10—18 Uhr, Eintritt: 2,50, 5 Euro.